Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur ADHS-Diagnostik für Erwachsene in meiner Praxis.
Eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht seit der Kindheit, wird jedoch bei manchen Menschen erst im Erwachsenenalter erkannt. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Konzentrationsstörung oder innere Unruhe ist Ausdruck einer ADHS. Umgekehrt können sich hinter einer Depression, Angststörung oder chronischen Erschöpfung auch bislang unerkannte ADHS-Symptome verbergen.
Ziel einer sorgfältigen Diagnostik ist daher nicht, möglichst schnell eine Diagnose zu vergeben, sondern Ihre Beschwerden fachlich fundiert einzuordnen und andere mögliche Ursachen sorgfältig zu berücksichtigen.
ADHS ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung mit einer ausgeprägten genetischen Komponente. Die zugrunde liegende Veranlagung besteht bereits seit der Kindheit, auch wenn die Beschwerden häufig erst im Erwachsenenalter erkannt werden.
ADHS ist weder Ausdruck mangelnder Intelligenz noch von Faulheit, fehlender Disziplin oder mangelndem Willen.
Viele Betroffene berichten zugleich von Eigenschaften, die unter passenden Bedingungen als Stärke erlebt werden können. Hierzu zählen beispielsweise Kreativität, hohe Begeisterungsfähigkeit, schnelles Erfassen neuer Situationen oder die Fähigkeit, sich bei besonders interessanten Themen außergewöhnlich intensiv zu konzentrieren.
Gleichzeitig können im Alltag erhebliche Schwierigkeiten entstehen, wenn die Anforderungen der Umwelt nicht gut zu den individuellen Voraussetzungen passen.
Zu den häufigen Beschwerden gehören unter anderem:
• Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
• leichte Ablenkbarkeit
• Vergesslichkeit
• Schwierigkeiten bei Planung und Organisation
• Aufschiebeverhalten
• innere Unruhe
• Impulsivität
• Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation
• Probleme mit Zeitmanagement und Priorisierung
Die Ausprägung der Beschwerden kann sehr unterschiedlich sein. Während manche Menschen vor allem durch ausgeprägte motorische oder innere Unruhe auffallen, stehen bei anderen Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder organisatorische Schwierigkeiten im Vordergrund.
Insbesondere bei Frauen und Mädchen wird ADHS teilweise später erkannt. Ein möglicher Grund ist, dass die Symptome weniger durch äußerlich sichtbare Hyperaktivität auffallen und häufiger über längere Zeit kompensiert werden.
Nicht jede Konzentrationsstörung ist eine ADHS.
Ähnliche Beschwerden können beispielsweise auch bei Depressionen, Angststörungen, chronischer Überlastung, Schlafstörungen oder anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen auftreten.
Umgekehrt kann sich hinter einer vermeintlich alleinigen Depression, Erschöpfung oder Angstproblematik zusätzlich eine bislang unerkannte ADHS verbergen. Eine sorgfältige Differentialdiagnostik ist deshalb unverzichtbar.
Die ADHS-Diagnostik richtet sich an Erwachsene,
• die vermuten, dass bei ihnen eine ADHS vorliegen könnte,
• bei denen bislang keine umfassende ADHS-Diagnostik erfolgt ist,
• oder bei denen geklärt werden soll, ob andere psychische oder körperliche Ursachen die Beschwerden besser erklären.
Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich aktiv an der Diagnostik zu beteiligen, Fragebögen zuverlässig zu bearbeiten und vorhandene Vorbefunde sowie Informationen aus der Kindheit bereitzustellen.
1. Telefonische Kontaktaufnahme
Bitte melden Sie sich während meiner telefonischen Sprechzeiten und erkundigen Sie sich, ob derzeit Kapazitäten für eine ADHS-Diagnostik bestehen.
Sind freie Diagnostikplätze vorhanden, werden zunächst Ihre Kontaktdaten aufgenommen.
2. Organisatorische Unterlagen
Anschließend laden Sie sich bitte diese organisatorischen Unterlagen herunter. Hierzu gehören beispielsweise Einverständniserklärungen, Regelungen zum Ausfallhonorar und zur Nutzung der E-Mail-Kommunikation.
Bitte drucken Sie diese Unterlagen aus, füllen Sie sie vollständig aus und senden Sie sie unterschrieben per Post oder werfen Sie sie in meinen Briefkasten ein. Für die Praxis werden die Originale benötigt.
Bitte bearbeiten und übersenden Sie die Unterlagen möglichst zeitnah. Da nur eine begrenzte Anzahl an Diagnostikplätzen zur Verfügung steht, kann ein Platz nicht unbegrenzt freigehalten werden.
Unterlagen, die ohne vorherige telefonische Anmeldung eingereicht werden, können leider nicht berücksichtigt werden.
3. Screeningfragebögen
Nach Eingang der organisatorischen Unterlagen erhalten Sie per E-Mail erste diagnostische Screeningfragebögen. Die Fragebögen sollten innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen bei Ihnen eingehen. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner. Sollten Sie keine Unterlagen erhalten haben, melden Sie sich bitte während der telefonischen Sprechstunde.
Bitte drucken Sie die Unterlagen aus und füllen Sie sie vollständig aus.
Zusätzlich werden, soweit vorhanden, benötigt:
• Kopien der Grundschulzeugnisse
• frühere Arzt- oder Psychotherapieberichte
• weitere relevante Vorbefunde
Bitte senden Sie keine Fotos der Unterlagen per E-Mail.
4. Erstgespräch
Sobald Sie alle Unterlagen vollständig bearbeitet haben, melden Sie sich bitte zur Terminvereinbarung. Sie können während der telefonischen Sprechstunde anrufen oder Terminvorschläge per E-Mail senden. Ich bin bemüht, Ihre Terminwünsche zu berücksichtigen. Aufgrund der bestehenden Praxisauslastung ist dies jedoch nicht immer möglich. Eine gewisse zeitliche Flexibilität ist daher erforderlich. Insbesondere Nachmittagstermine sowie Termine an Montagen, Freitagen und Samstagen stehen nur eingeschränkt zur Verfügung.
Im ersten Termin erfolgt eine ausführliche Anamnese. Dabei werden Ihre aktuelle Symptomatik, Ihre Entwicklung seit der Kindheit sowie mögliche andere Erklärungen für die Beschwerden besprochen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche weiteren diagnostischen Schritte erforderlich sind.
5. Weitere Diagnostik
Je nach Fragestellung können unter anderem zum Einsatz kommen:
• standardisierte klinische Interviews,
• ergänzende Fragebögen,
• diagnostische Verfahren zur Abklärung möglicher Begleiterkrankungen,
• gegebenenfalls eine Fremdanamnese.
Die Anzahl und Auswahl der diagnostischen Termine richtet sich nach dem individuellen Klärungsbedarf.
6. Abschlussgespräch
Im abschließenden Termin werden sämtliche Untersuchungsergebnisse gemeinsam besprochen. Sie erhalten eine fachliche Einordnung Ihrer Beschwerden sowie Empfehlungen zum weiteren Vorgehen. Die wesentlichen Ergebnisse und Behandlungsempfehlungen werden in der individuellen Patienteninformation (PTV 11) festgehalten.
Bitte beachten Sie, dass das Ergebnis sowohl die Bestätigung als auch den Ausschluss einer ADHS sein kann.
In einzelnen Fällen kann trotz sorgfältiger Diagnostik keine abschließende Beurteilung erfolgen. In diesem Fall erhalten Sie eine Empfehlung, welche weiteren diagnostischen Schritte sinnvoll sind.
Ein ausführlicher mehrseitiger Abschlussbericht wird nicht erstellt.
Die Diagnostik erstreckt sich aufgrund der erforderlichen diagnostischen Schritte und der vertragspsychotherapeutischen Rahmenbedingungen in der Regel über ein bis zwei Quartale. Für einen möglichst kontinuierlichen Ablauf ist es wichtig, Fragebögen und angeforderte Unterlagen zeitnah zu bearbeiten.
Da die diagnostischen Termine zwischen den regulären Therapiesitzungen stattfinden, ist bei der Terminvereinbarung eine gewisse zeitliche Flexibilität erforderlich.
Für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten entstehen bei Vorliegen der Voraussetzungen in der Regel keine zusätzlichen Kosten. Die diagnostischen Gespräche werden über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet. Voraussetzungen sind unter anderem, dass Sie sich zum Zeitpunkt der Diagnostik nicht bereits in einer ambulanten Richtlinienpsychotherapie befinden und ein aktiver Versicherungsschutz besteht.
Zusätzliche Kosten können entstehen durch:
• kurzfristig abgesagte oder unentschuldigt versäumte Termine gemäß der Ausfallhonorarvereinbarung,
• notwendige Kopien und Ausdrucke, die von Ihnen selbst anzufertigen sind.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt nicht allein von der Diagnose ab, sondern insbesondere davon, welche Beschwerden bestehen und wie stark diese den Alltag beeinträchtigen.
Je nach Ergebnis können beispielsweise folgende Maßnahmen infrage kommen:
• Psychoedukation,
• medikamentöse Behandlung (über eine psychiatrische Fachpraxis),
• Psychotherapie,
• ergotherapeutische Maßnahmen,
• Selbsthilfeangebote sowie
• alltagspraktische Strategien zur Verbesserung von Organisation, Zeitmanagement und Selbststeuerung.
Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung kann darin bestehen, hilfreiche Strukturen und Routinen zu entwickeln. Ziel ist nicht, sich dauerhaft stärker anzustrengen, sondern den Alltag so zu gestalten, dass Überforderung reduziert und vorhandene Fähigkeiten besser genutzt werden können.
Bitte beachten Sie, dass ich im Anschluss an die Diagnostik in der Regel keinen freien Psychotherapieplatz anbieten kann.
Sollte eine medikamentöse Behandlung sinnvoll erscheinen, bespreche ich dies mit Ihnen im Abschlussgespräch. Da die Wartezeiten in psychiatrischen Fachpraxen häufig lang sind, kann es sinnvoll sein, sich bereits während der Diagnostik nach möglichen Behandlungskapazitäten zu erkundigen.
Erhalte ich garantiert eine ADHS-Diagnose?
Nein. Ziel der Diagnostik ist eine sorgfältige fachliche Abklärung. Diese kann sowohl zur Bestätigung als auch zum Ausschluss einer ADHS führen.
Wie lange dauert die Diagnostik?
In der Regel erstreckt sich die Diagnostik über ein bis zwei Quartale.
Warum werden so viele Unterlagen benötigt?
Eine zuverlässige Diagnostik berücksichtigt neben den aktuellen Beschwerden auch Informationen aus der Kindheit sowie mögliche andere Ursachen der Symptomatik.
Benötige ich zwingend Grundschulzeugnisse?
Grundschulzeugnisse sind für die Beurteilung der Symptomatik in der Kindheit sehr hilfreich. Sollten keine Zeugnisse mehr vorhanden sein, wird im Einzelfall geprüft, welche anderen Informationen herangezogen werden können.
Kann ich direkt nach der Diagnostik mit einer Psychotherapie beginnen?
Leider kann ich im Anschluss an die Diagnostik in der Regel keinen Therapieplatz anbieten.
Verschreiben Sie ADHS-Medikamente?
Nein. Medikamente werden durch Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie oder entsprechend qualifizierte ärztliche Kolleginnen und Kollegen verordnet.
Erhalte ich einen ausführlichen schriftlichen Bericht?
Nein. Die Ergebnisse werden im Abschlussgespräch ausführlich besprochen und in der individuellen Patienteninformation (PTV 11) festgehalten. Ein mehrseitiger Abschlussbericht wird nicht erstellt.
Bieten Sie auch eine Autismus-Diagnostik an?
Nein. Derzeit biete ich ausschließlich die Diagnostik einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen an. Eine Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen führe ich nicht durch. Für eine qualitätsgesicherte Autismus-Diagnostik sind spezielle diagnostische Verfahren sowie eine entsprechende fachliche Spezialisierung erforderlich. Da ich diese derzeit nicht anbiete, kann ich Ihnen hierzu leider keinen Termin anbieten.